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Der
Ravensturm zählt zu den ältesten Denkmalen der Stadt Ellrich. Seine
Ursprünge liegen im 13. Jahrhundert, denn um das Jahr 1315 wurde
erstmals eine Stadtmauer mit Türmen und Toren erwähnt. Der Ravensturm
diente der Verteidigung der Stadt und als Wachturm zur Feuermeldung. Bis
zum Jahre 1733 war im unteren Teil des Turmes ein Verlies. Da dessen
Bedingungen für die Häftlinge selbst für damalige Verhältnisse
unerträglich waren, richtete man dann das Stadtgefängnis im Wernaer Tor
ein. Seit dieser Zeit verlor der Turm nahezu seine Bedeutung und diente
nach Bildung einer Pflichtfeuerwehr nur noch zur Trocknung der
Schläuche.
Wegen der Baufälligkeit des Daches wurde der Ravensturm am 11.
April 1907 im Auftrage der Königlichen Regierung zu Erfurt durch den
Provinzialkonservator Herrn Bauinspektor Rehorst besichtigt. Nach
längeren Verhandlungen mit der Königlichen Regierung wurde die Reparatur
dieses Wahrzeichens beschlossen und die 350 Mark betragenden Kosten
bewilligt. Die Arbeiten sind vom Dachdeckermeister Kaufmann und vom
Kupferschmiedemeister Kettner aus Ellrich ausgeführt worden.
Voraussichtlich sollten alle Arbeiten bis zum 12. November 1907 beendet
worden sein.
Im
Herbst 1959 erfolgte eine weitere Instandsetzung des Ravensturmes. Das
hiesige Baugeschäft Albert Holzhause spannte zur Sicherung der
Mauerkrone einen Stahlring außen um den Turm und führte die damit
verbundenen Mauerwerkankerungen aus. Der Bautechniker Ernst Sander aus
Ellrich führte die Ausbesserung des Dachstuhles durch. Die
Schieferarbeiten machte die Firma Hermann Grabe, Dachdeckermeister aus
Nordhausen-Krimderode.
Im
Februar 1994 begann die grundhafte Sanierung des Ravensturmes, der
angrenzenden Stadtmauer und des Spritzenhauses. Die Firma Wayss &
Freytag erneuerten Teile der Stadtmauer (unterhalb der Rückwand des
Spritzenhauses). Der Turm wurde eingerüstet und zur Stabilisierung
wurden Stahlringe um den Turm gelegt. Am 11.11.1994 wurde die Turmhaube
von der Mauerkrone mittels eines Autokranes gehoben und der Turmknopf
geöffnet. Der Turmknopf enthielt verschiedene Dokumente aus den zwei
vergangenen Instandsetzungen. Das gesamte Mauerwerk und die Turmhaube
mit Turmknopf wurden grundhaft saniert. In den Turm wurden zwei
Betondecken eingezogen, eine Wendeltreppe eingebaut sowie die Öffnungen
verglast. Ein direkter Zugang vom Spritzenhaus in den Ravensturm wurde
geschaffen, dazu wurde ein Teil des Spritzenhausdaches aufgestockt und
ein Podest mit Holztreppe eingebaut. Im
Zusammenhang mit der Turmsanierung wurden auch Arbeiten im Spritzenhaus
durchgeführt. Zur Sicherung des Steigerturmes wurde das Fachwerk
überarbeitet, d. h. morsche Holzbalken ausgewechselt. Die marode
Innenholztreppe wurde durch eine solide Stahlkonstruktion ersetzt.
Beide Objekte wurden mit einer gemeinsamen Elektroinstallation versehen. Im Juli
2000 wurde durch Mitglieder des Feuerwehrvereins im unteren Teil des
Turmes der Fußboden mit Kupferschieferplatten ausgemauert und vergossen.
Zum Tag
des offenen Denkmals am 5. September 1999 konnte die Bevölkerung das
erste Mal die Aussicht vom Ravensturm genießen und sich im Spritzenhaus
die alte Feuerwehrtechnik ansehen.
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