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Die
Gründung des Fördervereins Grenzlandmuseum Bad Sachsa e.V. geht auf
die Initiative des ehem. Vollstreckungs- und Vollzugsbeamten der
Stadt Bad Sachsa Rainer Böhle zurück, der aufgrund seiner
ehrenamtlichen Tätigkeit im Grenzinformationsdienst des Landes
Niedersachsen die Erinnerung an die deutsche Teilung und die
unmenschliche Grenze wach halten wollte. Zur Gründungsversammlung
erschien auch der ehem. Stabsoberfähnrich der Grenztruppe der DDR
Wolfgang Schlicht, der in der Folgezeit mit Böhle und anderen
aktiven Helfern die Ausstellung plante, aufbaute und durch seine
Kenntnisse und Verbindungen wesentlich zur Ausstattung des Museums
beitrug. Böhle kennt Schlicht schon seit 1978, als sich beide
gegenüberstanden. Zahlreiche Dokumente und Exponate zur Entwicklung
der Grenzsperranlagen und zum Leben im Grenzgebiet konnte erworben
werden.
Das
Museum zeigt heute Dokumente über den Gebietsaustausch im Juli 1945.
Bad Sachsa und Tettenborn kamen zur britischen, der ostwärtige Teil
des Kreises Blankenburg zur sowjetischen Besatzungszone. Modelle und
Fotodokumente lassen die Entwicklung der Sperranlagen zwischen der
DDR und der BRD anschaulich werden.
In originalen Exponaten werden
die Verminung des "Todesstreifen" die Ausrüstung des Grenzzaunes mit
Streckmetallgitter und "Selbstschussanlagen" (SM70) und schließlich
die Perfektionierung mit zusätzlichem Grenzsignalzaun
in all seinen
technischen Details dargestellt. Dokumente zu "Grenzgängern" in der
unmittelbaren Nachkriegszeit und Fluchtversuchen im Südharz werden
ebenso dargestellt, wie der originale Heißluftballon des Suhlers
Volker Jesche, mit dem noch im August 1989 die Flucht gewagt werden
sollte und scheiterte. Ein nachgestelltes Tondokument gibt dem
Besucher einen Eindruck von den Vorgängen an den Sperranlagen, wenn
es zu einer Alarmauslösung am Grenzsignalzaun kam. Zahlreich
Bilddokumente ergänzen die Ausstellung.
Neben
den Exponaten zum Grenzregime besitzt das Museum eine nahezu
vollständige Sammlung aller Orden und Ehrenzeichen der DDR und die
dazugehörigen Urkunden. Dazu zählen auch die Tapferkeitsmedaille und
der Blücher-Orden (in Gold, Silber und Bronze), die im Falle eines
Krieges mit der NATO verliehen werden sollten.
Das Netz
der STASI der DDR und seine Wirkung in der Gesellschaft werden
künstlerisch aufgearbeitet. Dokumente über politische Verfolgung und
Inhaftierung sind ein weiteres Teilgebiet, dem ein kleiner Raum
gewidmet ist. Hier sind auch eine Reihe von fast vergessenen
Alltagsgegenständen und Schulbüchern zu sehen. Das Museum besitzt
den persönlichen Dokumenten-Nachlass des letzten Parteisekretärs aus
Mackenrode und widmet dem verstorbenen Fördervereinsmitglied eine
eigene Vitrine. Der Bücherschrank enthält eine Reihe von
sozialistischen Standardwerken, aber auch Bücher, Schallplatten und
Musikkassetten, wie sie in einem durchschnittlichen DDR-Haushalt
anzutreffen waren.
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